Museen Kulturzentrum | 24768 Rendsburg

Hier zeige ich die Ausbeute meiner „Fischzüge“, lasse erkennen, was mein Bewusstsein festhält vom täglichen Malstrom der Sinnesreize, verwandelt in Malerei, Handzeichnungen und Objekte.

Meine Annäherung an die Welt hilft mir, außen Liegendes in mich aufzunehmen, in mir Liegendes nach außen zu bringen.

Auch Einzelnes, was sich mir darüber hinaus einprägt, eine Form, eine Farbigkeit, die Idee, wie ein Material sich wohl anfühlt, kann zum Ausgangspunkt der nächsten Arbeit werden.

In meiner Malerei zeige ich nicht nur das Motiv. Ich bringe ins Bild, wie sich das dargestellte Objekt wohl anfühlen könnte oder entwickle Ideen über seine mögliche Geschichte.

Ich male auf benutzten Untergründen, übermale ältere Bilder. Auf diesen baue ich spielerisch Schicht um Schicht das Neue auf und nutze dabei die unterschiedlichen Eigenschaften meiner Malmittel wie Gouache, Acryl und Ölfarbe. Teile dieser Schichten trage ich auch wieder ab, kratze Spuren in die Oberfläche und immer bleiben Teile der alten Malerei zu sehen.

Die stehengebliebenen Elemente der alten Malerei schaffen eine weitere Bildebene, erlauben dem offensichtlichen Bildmotiv ein darüber hinausgehendes Eigenleben. Das könnte dem Betrachter nahe bringen, dass dieses Objekt mehr ist als das Sichtbare, Veränderungen durchgemacht hat und Geschichten erzählen könnte.

Dies trifft in dieser Ausstellung insbesondere auf die frischen Arbeiten aus 2024 und 2025 zu – „Gesichter von Gebäuden“ aus meinem historischen Stadtviertel Neuwerk hier in Rendsburg.

Gewänder finden sich schon länger unter meinen Motiven, z.B. die Bilderserie der „Kimonos“.

Ich liebe die Ästhetik des Unvollkommenen, des Gealterten, der Zeitspuren.

Das wichtigste an meiner Arbeit ist mir, mich auf einen Prozess einzulassen, der mit Schauen beginnt, egal, ob ich nach Innen oder nach Außen schaue. Dieses Schauen begleitet mich dann bei meinem mal spielerischen, mal angestrengten und schweißtreibenden Tun.

Sollte jemand vor meinen Arbeiten erleben, dass sich, neben dem Wiedererkennen von etwas Vertrautem, eine eigene Geschichte meldet, ein eigenes inneres Bild, wäre ich froh.

So als könnte ich mich über die Beschäftigung mit der Dingwelt den Menschen wieder zuwenden, ihnen Gefühle vermitteln und vielleicht auch in ihnen entstehen lassen.

Ich möchte meine Spielfreude genauso zu teilen wie meine Liebe zum Alten, langsam Vergehenden. Dann wächst in mir daraus die Hoffnung, auch andere könnten dies teilen und achtsamer mit dem Bestehenden und Ererbten umgehen, sei es Bausubstanz, Umwelt, Klima, Mitmenschen oder Kulturgüter.